Forschung zu Performance Coaching
Ergebnisse des Wahlmoduls "Performance Coaching - Ich habe eine Stimme" mit Studierenden an der WH im Wintersemester 2025-26 (2026)

Wirtschaft, Psychologie und Nachhaltigkeit
Abstracts zur 29. Fachtagung der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftspsychologie (2026)
Wirtschaft, Psychologie und Nachhaltigkeit sind heute enger miteinander verbunden denn je. Die 29. Fachtagung der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie widmet sich diesem Zusammenspiel und rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie ökologische, ökonomische und soziale Transformation so gestaltet werden kann, dass sie von Menschen verstanden, mitgetragen und aktiv mitgestaltet wird.
Die Tagung an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen bringt Studierende, Wissenschaftler*innen und Führungskräfte aus der Praxis an einem Ort zusammen, an dem die Erfahrung von Strukturwandel und Fragen der Zukunftsfähigkeit seit Jahrzehnten zum Alltag gehören. Vor diesem Hintergrund bietet die GWPs ein Forum, in dem wissenschaftlich fundierte und empirisch belastbare Erkenntnisse mit praxisnahen Gestaltungsansätzen verbunden werden. Sie steht für angewandte Forschung mit Anspruch an Rigor und Relevanz.
Die in diesem Band versammelten Beiträge machen deutlich, wie vielfältig und zugleich unmittelbar relevant wirtschaftspsychologische Perspektiven für die Nachhaltigkeitstransformation sind. Sie widmen sich Fragen der Arbeitswelt, Gesundheit und Motivation ebenso wie demokratischen Einstellungen und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie beleuchten Akzeptanzprozesse in Mobilität, Technologie und Künstlicher Intelligenz, diskutieren Konsumentenverhalten, soziale Verantwortung, Bildungs- und Hochschulentwicklung sowie organisationale Veränderungen. Damit zeigen sie eindrücklich, dass nachhaltige Transformation nicht allein eine technische, politische oder wirtschaftliche Aufgabe ist, sondern in besonderem Maße eine psychologische.
Wir verstehen diese Tagung daher als Einladung zum Dialog: zwischen Disziplinen, zwischen Forschung und Praxis sowie zwischen den unterschiedlichen Handlungsfeldern, in denen Nachhaltigkeit konkret wird und den Akteur*innen, die sie gestalten. Unser Ziel ist es, Orientierungswissen bereitzustellen, konstruktive Perspektiven zu eröffnen und Impulse zu geben, wie wirtschaftspsychologische Erkenntnisse dazu beitragen können, nachhaltige Entwicklungen wirksam, akzeptiert und menschlich zu gestalten.
Wir danken allen Autor*innen für ihre engagierten Beiträge sowie allen Beteiligten, die durch Organisation, Diskussion und Mitwirkung zum Gelingen dieser Tagung beitragen. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre, erkenntnisreiche Diskussionen und viele Impulse für Forschung, Praxis und Lehre.
Ihre
Prof. Dr. Kai Externbrink, Prof. Dr. Sandra Sülzenbrück und M.Sc. Annelie Rennen
Konferenzleitung der 29. Fachtagung der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs)
Masterarbeit: Erwartungen von potenziellen Teilnehmenden an Business Coaching. Eine qualitative und quantitative Befragung (2023)
Für diese Mixed-method-Untersuchung wurden die Äußerungen von N = 60 Wirtschaftsstudierenden, die hauptsächlich der Generation Z angehören, zu ihren Erwartungen an Businesscoaching befragt. Sie beantworteten einen Online-Fragebogen, der Hofstätters semantisches Differenzial, Skalen-Items und Freitexte beinhaltete. Aufgrund ihrer Äußerungen wurden sie in die drei Gruppen positiv, neutral und kritisch eingeteilt, wovon zweidrittel der Gesamtstichprobe der positiven Gruppe zugeordnet wurde. Auffällig ist, dass nahezu alle Teilnehmenden, auch neutral oder kritisch eingestellte, von dem Outcome eines Coachings sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig eine Wirksamkeit erwarten. Diese kann sowohl berufliche als auch persönliche Ziele betreffen. Das Wort Businesscoaching konnotierten die Teilnehmenden mit Hofstätters semantischem Differenzial als weiblich. Vom einem Coach erwarten sie sowohl eine persönliche als auch fachliche Eignung. Das Geschlecht des Coaches ist den meisten Teilnehmenden nicht wichtig. Sie sind bereit, durchschnittlich 12.3 von einem arbeitgebenden Unternehmen bezahlte Coaching-Sessions wahrzunehmen und 5.57 Coaching-Sessions selbst zu bezahlen.
Bachelorarbeit: Zum Zusammenhang zwischen beruflichem Erfolg und narzisstischen Persönlichkeitsausprägungen bei darstellenden Künstlern (2020)
Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem strahlenden Lächeln eines Künstlers, wenn er auf der Bühne steht oder vor der Kamera agiert? Ist es reine Begabung, harte Arbeit – oder steckt mehr dahinter? Diese brisante Frage steht im Zentrum einer aufschlussreichen Untersuchung, die den schmalen Grat zwischen Genialität und Selbstüberschätzung auslotet. Die vorliegende Arbeit taucht ein in die faszinierende Welt der darstellenden Künstler und analysiert den komplexen Zusammenhang zwischen Narzissmus und beruflichem Erfolg. Dabei werden nicht nur die theoretischen Grundlagen von Künstlertum, Narzissmus und Erfolg beleuchtet, sondern auch empirische Daten präsentiert, die ein überraschend differenziertes Bild zeichnen. Mit Hilfe anerkannter psychologischer Testverfahren wie dem BIP-6F-SI und dem NPI-d wird untersucht, inwiefern narzisstische Züge die Karriere von Schauspielern, Sängern und anderen Bühnenkünstlern beeinflussen. Kann ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein tatsächlich förderlich sein, oder führt übertriebene Selbstverliebtheit zwangsläufig zum Scheitern? Die Ergebnisse dieser Studie werfen ein neues Licht auf die Künstlerpersönlichkeit und bieten wertvolle Einblicke für all jene, die sich für die Psychologie des Erfolgs, die Mechanismen der Selbstdarstellung und die dunklen Seiten des Rampenlichts interessieren. Eine spannende Lektüre für Künstler, Kunstinteressierte und alle, die verstehen wollen, was Menschen antreibt, nach Anerkennung und Bewunderung zu streben. Die Arbeit diskutiert die methodischen Herausforderungen bei der Erhebung von Daten in dieser speziellen Population und vergleicht die Resultate mit bestehenden Forschungsergebnissen zum Thema Arbeitszufriedenheit und beruflicher Erfolg im künstlerischen Kontext. Schlüsselwörter: Narzissmus, darstellende Künstler, beruflicher Erfolg, Arbeitszufriedenheit, BIP-6F-SI, NPI-d, Psychologie, empirische Forschung, Künstlerpersönlichkeit.
Bachelorarbeit: Unternehmenstheater und ihre Effekte auf die Zuschauer (2011)
Die Arbeit untersucht die nachhaltigen Wirkungen von Unternehmenstheater auf Mitarbeitende eines handwerklichen Betriebs. Anlass der Aufführung war die Einführung strukturierter Mitarbeitergespräche in einer von Kommunikationsproblemen und Spannungen zwischen Führungskräften und Beschäftigten geprägten Organisation. Unternehmenstheater wird dabei als Methode verstanden, die betriebliche Konflikte und typische Kommunikationssituationen emotional, anschaulich und ohne direkte persönliche Konfrontation sichtbar macht.
Mithilfe qualitativer, halbstrukturierter Interviews mit Mitarbeitenden und Führungskräften wird erfasst, wie die Aufführung wahrgenommen wurde, welche Inhalte langfristig erinnert werden und ob sich Einstellungen, Kommunikation oder Zusammenarbeit verändert haben. Die Untersuchung betrachtet Unternehmenstheater als möglichen Impuls für Reflexion, Dialog und kulturelle Veränderung. Zugleich berücksichtigt sie die begrenzte Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse aufgrund der kleinen, nicht zufällig ausgewählten Stichprobe
